Wallonie | Geschichte und Institutionen
Wallonien ist eine der drei Regionen des föderalen Belgien. Hier lebt die Mehrheit der französischsprachigen Bevölkerung des Landes sowie die deutschsprachige Gemeinschaft.
BeVÖLKERUNG UND FLÄCHE
Mit seinen 16.844 km² nimmt Wallonien im Südteil des Landes mehr als die Hälfte des belgischen Territoriums ein. Das Gebiet erstreckt sich über 5 Provinzen: Wallonisch Brabant, Hennegau, Lüttich, Luxemburg und Namur. Die bedeutendsten Städte sind Lüttich, Charleroi, Mons, Namur, Tournai, Verviers, Wavre, Nivelles und Mouscron.
Die Bevölkerung der relativ dicht besiedelten Region (199,39 Ew./km²), zählt 3.380.500 Einwohner, das entspricht einem Drittel der belgischen Gesamtbevölkerung.
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Geschichte
Wussten Sie schon? Das Adjektiv „wallonisch“ kommt von „Walha“, dem Begriff, mit dem die Germanen ihre galloromanischen Nachbarn bezeichneten. Der Begriff „Wallonien“ wiederum begann, sich zu verbreiten, nachdem Belgien im Jahre 1830 seine Unabhängigkeit erlangt hatte. 1932 schreibt ein Sprachengesetz die Einsprachigkeit der Regionen Flandern und Wallonien (und die Zweisprachigkeit Brüssels) fest.
Die politische Einheit Wallonien bildete sich im Rahmen institutioneller Reformen in den Jahren 1970, 1980, 1988 und 1993.
Diese machten Belgien immer mehr zu einem föderalen Staat, in dem die Region Wallonien eine föderale Einheit mit eigenen Kompetenzen bildet..
InstitutionEN
Institutioneller Rahmen
Die Region Wallonien hat eine eigene Regierung. Ihre neun Mitglieder verantworten sich gegenüber einem Organ der Legislative, dem Wallonischen Parlament, das in der belgischen Verfassung auch als Conseil Régional bezeichnet wird. Es setzt sich aus 75 Abgeordneten zusammen, die in allgemeiner Wahl bestimmt werden.
Diese Institutionen haben Namur zur Hauptstadt Walloniens erkoren. In dieser Stadt, zwischen Sambre und Maas angesiedelt, schlägt also das politische und administrative Herz der Region.
Kompetenzen der Region Wallonien
Die Region Wallonien erfreut sich eigener Kompetenzen, die ihr vom Bundesstaat übertragen wurden.
Diese Kompetenzen werden in folgenden Bereichen ausgeübt:
- Arbeit und Wirtschaftspolitik
- Außenhandel
- Tourismus
- angewandte wissenschaftliche Forschung
- Verkehr und Bauwesen
- Wohnen und Raumordnung
- Umwelt und Landwirtschaft
- Energie und Wasser
- untergeordnete Behörden sowie Außenbeziehungen in den oben genannten Bereichen.
Wirtschaft
Wallonien, das Land von Kohle und Stahl, erlebt seit dem Mittelalter eine intensive wirtschaftliche Aktivität. Wirtschaftsmotor der Region war lange Zeit die Schwerindustrie. Wallonien war die Wiege der industriellen Revolution in Kontinentaleuropa.
Heute hat sich das Wirtschaftsgeflecht beträchtlich ausdifferenziert, und rundum die Industrieregionen und die Hochschulzentren hat sich nun auch die regionale Wirtschaftsentwicklung neu entfaltet.
Ihre wichtigste Ausprägung stellt die Ost-West-Achse dar, die sich von den Provinzen im Osten bis Hainaut im Westen, über Lüttich, Charleroi und Mons erstreckt.
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Diese drei Städte sind der Schmelztiegel der regionalen Luft- und Raumfahrtindustrie (Raumfahrtzentrum in Lüttich, Sonaca in Charleroi …) und der Biowissenschaften (wie das in Charleroi angesiedelte Institut für Molekularbiologie der Freien Universität Brüssel, die interdisziplinäre Gruppe für angewandte Genomik, das Spin-Off der Universität Lüttich EUROGENTEC …).
Die Ost-West-Achse konzentriert sich außerdem auf den Telekommunikationsbereich (Centre Minerve in Charleroi, Multitel in Mons, Téléparc des Hauts-Sarts in Lüttich…) sowie auf die Forschung und Technologie im Bereich der neuen Materialien (Exzellenzzentrum Materia Nova in Mons).
Die Nord-Süd-Achse, die die Wallonie von Wavre über Namur nach Athus durchquert, zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Unternehmen aus (Katholische Universität in Louvain-la-Neuve, Agrarwissenschaftliche Fakultäten von Gembloux, Fakultäten Notre-Dame de la Paix in Namur).
Der Süden der Provinz Luxembourg hat seinen wirtschaftlichen Wandel vor allem dank des europäischen Entwicklungszentrums sichergestellt. Diese Provinz ist außerdem das Zentrum der Forstwirtschatftsbranche und Vorzeigeregion der Lebensmittelindustrie. Große Hersteller sind dort aktiv, wie z. B. Spanolux (MDF-Platten) oder Villeroy & Boch (Keramik).
Chiffres clés : fiche statistique OFI
der Marshallplan
Ende August 2005 legte die Regierung Walloniens einen Plan zur wirtschaflichen Belebung Walloniens vor.
Dieses mit einer Milliarde € dotierte Projekt trägt den Beinamen „Marshallplan“ und verfolgt fünf Hauptziele:
- Zentren der Wettbewerbskraft schaffen, in denen Wallonien führend in Europa, wenn nicht gar weltweit, werden kann. Fünf vorrangige Bereiche wurden benannt:
- Luft- und Raumfahrt
- Biowissenschaften
- Transport und Logistik
- Nahrungsmittelbranche
- Maschinenbau
- Gründungsförderung durch die schnelle Umsetzung von Sondermitteln, die Risikobereitschaft und Unternehmergeist fördern.
- Die Steuerlast der Unternehmen reduzieren, vor allem durch die Schaffung von Freizonen, in denen Finanzhilfen und Steuerbefreiungen kombiniert werden.
- Forschung und Innovation voranbringen, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen durch eine Forschung zu steigern, die leistungsfähiger und zugleich besser in das Wirtschaftsgeflecht eingebunden ist.
- Verbesserung der Kompetenzen der Arbeiter und der Stellensuchenden durch Stärkung der sprachlichen Kompetenzen der Wallonen und durch Qualitätsverbesserung in Unterricht und Ausbildung.
« Unsere Kräfte bündeln » (Marshallplan) |